Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat jüngst den Schauspieler Timothée Chalamet in die Oper eingeladen, damit er ihren Zauber erleben kann – aber nicht einfach nur aus Freundlichkeit, sondern als Reaktion auf eine vermeintlich abfällige Bemerkung des Kinostars. Dieser hatte nämlich am Rande eines Interviews gesagt, er sei froh, dass er nicht in einer Kulturbranche arbeite, die man am Leben erhalte, obwohl sie kaum noch jemanden interessiert, so wie dies bei Ballett oder Oper der Fall sei.
Es gibt sicher viel, was man an dieser flapsigen Anmerkung kritisieren kann – aber es drängt sich unter anderem die Frage auf, ob dieser Unterschied in der Wertschätzung auch etwas mit dem Alter zu tun hat: Herr Weimer ist 61, Herr Chalamet ist 30.
Nachdem ich gerade einen Beitrag zum Alter des Kulturpublikums für einen bald erscheinenden Band des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTf) und der Friedrich-Ebert Stiftung eingereicht habe, möchte ich zu diesem Anlass drei Fragen zum Alter des Publikums von Theater und Oper besprechen. |